„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!“ ... und was das mit Fußball und einem Kuss zu tun hat!
- Sabine Grohmann-Kurz

- 4. März 2020
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. März 2020

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!“ - obwohl, „Am Anfang war das Wort!“, so steht es doch in einer der ältesten Schriften der Welt - der Bibel (Johannes 1,1). Und eigentlich ist doch Sprache die Grundlage unserer Kommunikation?
Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Ernst Pöppel erklärt recht einfach, warum Wissen in Form von Sprache und Fakten sehr oft nicht das gewünschte Ergebnis bringt. In unserem Kulturkreis wissen sehr viele Menschen bestens Bescheid, wenn es um gesunde Lebensweise geht. Nahezu jeder weiß, worauf er zu achten hat und was besser zu unterlassen ist. Dem gegenüber stehen allerdings sehr viele Menschen, die übergewichtig bis adipös sind, rauchen und sich nicht annähernd so verhalten, wie es mit einem gesunden Lebensstil einhergeht. Es gibt also nur wenige, die das, was sie wissen, auch anwenden.
Woran liegt das?
Nur eine Botschaft, die auch das bildhafte oder episodische Gedächtnis erreicht, kann Menschen zu einer Verhaltensänderung bewegen. Die bisherige Gesundheitspolitik spricht aber eindeutig und fast ausschließlich das Faktengedächtnis in Form von Infobroschüren und Ratgebern an oder verwendet abschreckende Bilder wie sie z. B. auf Zigarettenpackungen zu sehen sind.
Nun ein Beispiel aus der Salzburger Fußballwelt:
„Was ist Fußball?“ Die richtige Antwort lautet:
· aus dem Faktenwissen: Ein Ballspiel; 2 Mannschaften; jeweils 11 Spieler; es geht darum, in der Zeit von 2 mal 45 Minuten möglichst oft den Ball ins gegnerische Tor zu schießen und im Gegenzug möglichst wenige Tore selbst zu bekommen.
· aus dem Erlebniswissen: Spannung, Nervenkitzel, Freude & Traurigkeit, wenn die Lieblingsmannschaft gewinnt oder verliert. Die Stimmung im Stadion, der Sound, wenn Applaus und Hymnen erklingen, die Begeisterung, wenn die Namen der Spieler aufgerufen werden, das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn „die Welle“ durch die Ränge rauscht, und vieles mehr.
Nur wenn ein Ereignis oder Erlebnis uns berühren und Gefühle auslösen, wird es im episodischen Gedächtnis abgespeichert. Und nur dann ist die Veränderung des eigenen Verhaltens möglich.
Wenn wir also etwas mit Sprache bewirken wollen, müssen wir dafür sorgen, dass wir Bilder und Gefühle erzeugen, die im Gehirn positiv bewertet und abspeichert werden.
Und somit ist es völlig richtig, dass ein schönes Bild mehr als 1000 Worte sagt. Ein Kuss tut das übrigens auch. Selbst wenn er nur kurz und einmalig war.
Und ein Kuss auf die Stirn? Ja, der erzählt eine lange Geschichte.




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